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Gegen den Strich gebürstet - Konzert in Bücknitz

21.09.2019 um 16:00 Uhr

Vater & Sohn mit Gambe und Cello in Bücknitz


Wer kennt sie nicht, die Geschichten von Vater und Sohn, die Erich Ohser – alias E. O. Plauen–  Mitte der 1930er-Jahre in ca. 200 bebilderten Folgen für die „Berliner Illustrirte Zeitung“ schuf? Es sind Geschichten, in denen die beiden Protagonisten, der kahlköpfige Vater und sein kleiner Sohn verschiedene Alltagsprobleme meistern, deren außergewöhnliche Lösungen so rührend ersonnen sind, dass sie einfach zu Herzen gehen.


Bei dem Wortspiel „ganz schön gegen den Strich gebürstet“ geht es um zwei Aspekte: Der erste zielt augenscheinlich auf die unordentlichen Haare der beiden Ohserschen Hauptfiguren, den rundlichen Vater könnte man auch getrost, nicht nur wegen des Schnurrbarts und der Augenbrauen, als „ganzkörperlich ungetrimmt“ bezeichnen; der zweite, aber wichtigere Aspekt, bezieht sich auf die  unterschiedlichen Bogenstriche, mit denen Gambe und Violoncello gespielt werden; das heißt, die Strichrichtung ist genau gegensätzlich und liegt in der jeweils anderen Bogenhaltung begründet: Die Gambeninstrumente werden im sogenannten Unterhandgriff gespielt, so wie das heute noch beim Kontrabass üblich ist, das Cello hingegen, das der Geigenfamilie angehört, verwendet den Oberhandgriff.


Beide Streichinstrumentenfamilien beschrieben in den zurückliegenden 500 Jahren einen grundverschiedenen Weg, wobei die Gamben vorrangig von adeligen Personen am Hofe gespielt wurden; die Geigen/Violinen hingegen ließen sich auf dem Marktplatz hören, sie waren die Instrumente der einfacheren Bürgerschichten, den sogenannten „fahrenden Spielleuten“, die sich aber gerade dadurch hervortaten, dass sie ihre Instrumente höchst virtuos in Szene zu setzen verstanden. Dies führte natürlich zu Rivalitäten bezüglich der Vormachtstellung  und Beliebtheit der gegensätzlichen „Familien“ – es gab aber auch viele Berührungspunkte, allerdings erst später ab dem Anfang des 17. Jahrhunderts, als es weniger Konkurrenz zwischen Gamben und Violinen gab.


Zu hören sind Vater und Sohn Hermann Hickethier mit Viola da gamba und Tilman Coers mit Violoncello beim letzten Konzert der diesjährigen Bücknitzer Sommerkonzerte mit einem bunten Strauß von Werken vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart am 21. September 2019 um 16.00 Uhr.

 

www.buecknitzer-sommerkonzerte.de

 

 
 

Veranstalter / Veranstaltungsort

Kulturförderverein Bücknitz e.V.

Fiener Str. 98
14793 Ziesar OT Bücknitz

Telefon (033830) 60095

E-Mail E-Mail:
buecknitzer-sommerkonzerte.de

 

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