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Kultur- und Heimatfreunde feiern 30 Jahre

21. 07. 2021

Von Frank Bürstenbinder

Sie organisieren Lesungen, betreiben ein Heimatmuseum, zählen die Schachbrettblumen, halten den Storchenturm sauber. Der Kultur- und Heimatverein Ziesar blickt auf 30 spannende Jahre zurück. 

Im 30. Jahr seines Bestehens kann sich der Kultur- und Heimatverein Ziesar über eine weitere private Schenkung freuen. Bei einer feierlichen Jubiläumsveranstaltung enthüllte Vereinsvorsitzende Silvia Zimmermann am Sonntag ein Aquarell, das eine Stadtansicht vom Mühlentor zeigt. Diesmal handelt es sich nicht um ein spätimpressionistisches Werk des aus Ziesar stammenden Malers Otto Altenkirch. Seinem kulturellen Erbe hat sich der Verein bekanntlich in besonderer Weise verschrieben. Die Stifterin ist Birgit Fettback aus Leegebruch, die im elterlichen Wohnhaus in Ziesar aufwuchs und dort bis 1964 wohnte. Die 74-Jährige bekam das Bild einst von ihrem Vater zur Silberhochzeit geschenkt. Vor wenigen Wochen überließ sie es dem Kultur- und Heimatverein. Das Bild ist mit Hoffmann signiert, der Vorname ist leider nicht überliefert. Immerhin ist der Künstler in Ziesar nicht unbekannt. Er lebte Anfang der 1990er-Jahre in Ziesar und malte einige Bilder, die unter anderem in der Schule, im Burghotel, in der Zahnarztpraxis und bei Privatleuten als Wandschmuck dienen.

Das geschenkte Bild soll einen Platz im Heimatmuseum finden, dass in eindrucksvoller Weise die engagierte Vereinsarbeit in den vergangenen Jahren widerspiegelt. Seit 16 Jahren befindet

sich die ehrenamtlich betriebene Dauerausstellung auf dem Wirtschaftshof der Burg. Hunderte Exponate, die die Geschichte des einstigen Ackerbürgerstädtchens und ihrer Bewohner belegen, konnten von Vereinsmitgliedern zusammengetragen oder durch Schenkungen und Leihgaben für die Nachwelt gesichert werden. Unzählige freiwillige Arbeitsstunden stecken im Aufbau und im Erhalt des Heimatmuseums, das jedes Jahr rund 600 Gäste besuchen. „Coronabedingt konnten 2020 nur 225 Interessierte begrüßt werden. In diesem Jahr gehen die Besucherzahlen wieder nach oben, sofern nicht neue Pandemiebeschränkungen notwendig werden“, teilte Vereinsvorsitzende Zimmermann in ihrem Rechenschaftsbericht auf der Jubiläumsveranstaltung mit. Zur kreisweiten „Langen Nacht der Museen“ am 30. Oktober wollen die über 50 organisierten Heimatfreunde das 30-jährige Jubiläum zusammen mit der Öffentlichkeit begehen.

 

Die Kultur- und Heimatfreunde gründeten sich 1991 als Verein, doch der Ursprung ihrer Aktivitäten liegt schon viel länger zurück. Als AG Denkmalpflege unter dem Dach des Kulturbundes kümmerten sich die Ziesarer schon seit Anfang der 1970er-Jahr um den Erhalt der historischen Bausubstanz und die Pflege des heimatkundlichen Erbes. So erinnerte der ehemalige Vereinsvorsitzende Otto Nittmann unter anderem an Hans Sehm, der 1972/73 Geld bei den Bürgern sammelte, um den Bergfried für die Öffentlichkeit begehbar zu machen. Nicht vergessen wurde Jürgen Kirchhof, der sich um den Einbau einer Etage kümmerte, die bis heute für Veranstaltungen und zum Verschnaufen auf den Weg zur Turmspitze genutzt werden kann. auch der ehemalige Lehrer Karl-Otto Beindorf wurde genannt, der sich um eine Neufassung der Chronik kümmerte. Mit Willi Ebert fanden 2003 die letzten Sanierungsarbeiten ihr Ende. Fünf Interessengemeinschaften sorgten einmal für ein breit aufgestelltes Vereinsleben.

 

Mit Lesungen, Ausflügen, Wanderungen, Museumsdiensten und Arbeitseinsätzen sind die jährlichen Arbeitspläne bis heute der Beleg für einen lebendigen Verein, wenn auch die Mitgliederzahl im Laufe der Zeit geschrumpft ist. Vor allem die Frauen im Verein backen und kochen immer dann, wenn es gilt Veranstaltungen abzusichern. Anfang September, wenn in Cammer der diesjährige Fläming-Markt stattfindet, präsentieren Vereinsmitglieder ihre Heimatstadt. So wird es Ende April 2022 auch zur Landesgartenschau in Beelitz sein.

 

Landtagsabgeordneter Udo Wernitz gratulierte in der Gaststätte „Großer Kiepenkerl“ zum Vereinsjubiläum: „Ich bin beeindruckt von der Vielzahl der Veranstaltungen, die trotz der schwierigen Rahmenbedingungen organisiert werden konnten.“ Wernitz ist selbst ehrenamtlicher Vorsitzender des Emstaler Backofenvereins und kennt die coronabedingten Widrigkeiten, mit denen Vereine viele Monate zu kämpfen hatten. Bürgermeister und Vereinsmitglied Dieter Sehm dankte den Mitgliedern für ihr Engagement vor und hinter den Kulissen: „Auf euch ist immer Verlass. Ihr seid immer rührig.“ Dass die Kultur- und Heimatfreunde auch an andere denken, bewies die spontane Sammlung für die Unwetteropfer in Westdeutschland, bei der 300 Euro zusammenkamen.

 

Bild zur Meldung: Übergabe des Bildes an den Heimatverein

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Kultur- und Heimatfreunde feiern 30 Jahre (21. 07. 2021)

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Frank Bürstenbinder / Silvia Zimmermann
 

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